von Dr.
Christoph Herrmann
im Rahmen der DFG-Forschergruppe: Bindung, funktionale
Architektur, hirnphysiologische Korrelate und Ontogenese von
Prof. Dr. Ulman Lindenberger
Mitarbeiter:
Jeanette Schadow
Studentische Hilfskräfte:
Stefanie Junge
Zusammenfassung:
In dieser Studie soll untersucht werden, welche Rolle oszillatorische
40 Hz EEG-Aktivität bei räumlicher und zeitlicher Merkmalsbindung
spielt.
Einzellzellableitungen bei Primaten haben gezeigt, daß zwei Neurone,
die
von Merkmalen desselben Objekts stimuliert werden (durchgehende bewegte
Linie),
synchrone 40 Hz Oszillationen hervorbringen,
während diese Oszillationen desynchronisieren, wenn die beiden
Neurone von
Merkmalen getrennter Objekte (zwei getrennte bewegte Linien) stimuliert
werden (Gray and Singer 1989). Im menschlichen EEG konnten ähnliche
40 Hz
Oszillationen registriert werden, wenn die verschiedenen Merkmale eines
Objekts
räumlich zusammengebunden werden mußten (Tallon-Baudry et
al. 1996,
Herrmann et al. 1999). Diese Ergebnisse legen nahe, daß 40 Hz
Oszillationen
eine generelle Rolle beim Zusammenbinden getrennt repräsentierter
Merkmale
eines Objekts spielen, haben aber Bindung stets auf einem sehr frühen
sensorischen Niveau betrachtet. Ziel dieses Projekts ist, die Rolle
solcher
sogenannter Gamma-Oszillationen bei Merkmalsbindung auf höherem
kognitiven Niveau, d.h. dimensionsübergreifend,
und bei Bindung über zeitliche Distanzen zu untersuchen.