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Chair: Prof. Dr. Wolf, Oliver, G22A-R111, 15.00 - 16.30
Mitgefühl als Stressor? Eine neuroendokrine Untersuchung zur Empathiefähigkeit bei Menschen aus dem Autismus-Spektrum Conty, Marieke 1, Dr. Dziobek, Isabel 2, Prof. Dr. Wolf, Oliver T. 3 1Universität
Bielefeld
In den letzten Jahren wurde deutlich, dass bei Störungen aus dem autistischen Spektrum Einschränkungen im Bereich der kognitiven Empathie (Theory of Mind) vorliegen, wohingegen emotionale Empathie weitestgehend unbeeinträchtigt zu sein scheint. Bisher kaum untersucht ist die Frage, inwieweit die Konfrontation mit den Gefühlen Anderer für diese Patienten belastend oder stressig ist. In der vorliegenden Studie wurde getestet, ob die Durchführung eines Empathietests (Multifaceted Empathy Test (MET; Dziobek et al., 2007)) bei einer Gruppe von Menschen mit Aspergersyndrom oder High-Functioning-Autismus (N = 14) und gematchter Kontrollgruppe Auswirkungen auf deren neuroendokrine Stressreaktion hat. Als Stressindikatoren wurden aus dem Speichel Alpha-Amylase (sAA) und Cortisol vor und nach der Durchführung des METs bestimmt. Auf Verhaltensebene zeigte sich ein Trend für schlechtere Leistung in kognitiver Empathie, nicht jedoch in emotionaler Empathie. Weder für sAA noch für Cortisol deuteten die Ergebnisse auf eine stärkere Stressreaktion der Patientengruppe hin. Tatsächlich wiesen die Teilnehmer der Autismus-Gruppe einen Trend (p <.10) zu niedrigeren Cortisol Werten zu beiden Zeitpunkten auf. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bearbeitung des neu entwickelten Empathietests für die Patienten nicht stressig ist. Darüber hinaus deuten die Befunde darauf hin, dass bei den Patienten eine erniedrigte basale Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse vorliegt.
Soziale Kognition und emotionale Empathie bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
Preißler, Sandra ¹, Dziobek, I., Ritter, K. , Heuser, I. , Heekeren, H. & Roepke, S. ¹Charité Berlin CBF
Ein Diagnosekriterium der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen. Ursache hierfür könnten veränderte Fähigkeiten zu sozialer Kognition (Theory of Mind) und zur Empathie (unterteilbar in emotionale und kognitive Komponenten) sein. In dieser Untersuchung haben 32 Patientinnen mit BPS (P) und 32 in Alter und Bildung parallelisierte Kontrollprobandinnen (K) den „Multidimensionalen Empathie Test“ (MET, Dziobek, et al. 2007), sowie den „Movie for the Assessment of Social Cognition“ (MASC, Dziobek, et al. 2006) durchgeführt. Im MASC unterscheiden sich die Gruppen signifikant (P: M = 30,9 (5,8); K: M = 34,9 (3,8), p < 0.01). Im MET bestätigen sich die Probleme der Patienten mit BPS im Erkennen von Emotionen (P: M = 21,1 (2,9); K: M = 22,2 (1,1), p < 0.01), wobei diese Unterschiede auf positive Emotionen beschränkt sind (BPS: M = 8,3 (1,0); K: M = 8,9 (0,4) p < 0.01). Ein ähnliches Muster zeigt sich für emotionalen Empathie (über alle Emotionen: BPS: M = 6,2 (1,1); K: M = 5,1 (2,0) p < 0.01; positive Emotionen: BPS: M = 4,9 (2,1); K: M = 6,8 (1,3) p < 0.01). Insgesamt verweisen die Ergebnisse auf deutliche Einschränkungen in sozialer Kognition und emotionaler Empathie bei BPS.
Neuroendokrine Mechanismen sozialer Interaktion: Effekte von Oxytocin und Vasopressin
Prof.Dr. Heinrichs, Markus¹, von Dawans, Bernadette , Steiner, Angela , Domes, Gregor ¹Psychologisches Institut, Universität Zürich, Abt. Klinische Psychologie und Psychobiologie
The fundamental ability to form
attachment is indispensable for human social
relationships. Impairments in social behavior are
associated with decreased quality of life and
psychopathological states. In non-human mammals, the
neuropeptides oxytocin (OT) and arginine vasopressin
(AVP) are key mediators of complex social behaviors.
In particular, OT reduces behavioral and
neuroendocrine responses to social stress and seems
both to enable animals to overcome their natural
avoidance of proximity and to inhibit defensive
behavior. AVP has primarily been implicated in
male-typical social behaviors, including aggression,
and mediates anxiogenic effects. Recent studies in
humans from our laboratory suggest behavioral,
neural, and endocrine effects of both neuropeptides,
similar to those found in animal studies. This talk
focuses on advances made to date in the effort to
understand the role of OT and AVP in social
behavior. In particular, the clinical implications
for disorders that are associated with social
deficits will be discussed (e. g., social phobia,
autism). Finally, a model of the interactions of
anxiety and stress, approach behavior, and the
oxytocinergic system will be presented.
Oxytocin, soziale Kognition und Aspergersyndrom - Ergebnisse einer fMRT Studie
Domes, Gregor 1,
Kumbier, Ekkehardt 1,
Heinrichs, Markus 2,
Herpertz, Sabine C. XE
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Menschen mit Asperger Syndrom
berichten häufig über deutliche Beeinträchtigungen
sozial kognitiver Funktionen, wie z.B. der
Emotionserkennung und der sozialen Attribution. In
Vorläuferstudien konnten funktionelle Veränderungen
im limbischen System (Amygdala), fusiformen Kortex
(„fusiform face area“, FFA) und im präfrontalen
Kortex nachgewiesen werden, die mit den
sozial-kognitiven Beeinträchtigungen in Zusammenhang
stehen. Exogen appliziertes Oxytocin scheint
hingegen sozial-kognitive Funktionen zu verbessern.
Ziel der aktuellen Studie war der Nachweis
modulatorischer Effekte von nasal appliziertem
Oxytocin auf neuro-funktionelle Korrelate der
Gesichterwahrnehmung. |

